Busludscha und der Berg
Wie Berge Geschichte werden
8/18/20261 min read


Auf 1440 Metern befindet sich ein außergewöhnlicher Landeplatz. Nur wenige Meter über der Baumgrenze ragt ein Koloss aus Beton und Stahl empor. Hier steht ein sozialistisches Monument, das bereits aus dem Tal auf der Bergspitze thronend sichtbar ist. Das Busludscha Denkmal besteht aus einer großen Kuppel und einem 70 Meter hohen Turm, die ablegender kaum sein könnten. Das darunterliegende Tal wirkt schon beinahe wie eine Schichtentorte der Archäologie. Zwischen bulgarischen Bauernhäusern und kunstvollen Kirchen, die im russischen Historismus erbaut wurden, finden sich hunderte thrakische Grabhügel. Zwischen diesen Schichten thronen die Überreste der bulgarischen Kommunismus. Über 30km entfernt sollten die leuchtenden Roten Glassterne strahlen, bevor sie mit dem Fall der realexistierenden Sozialismus erloschen.
Danach stand es leer und wurde zu einem Eldorado der Urban Explorer. In den letzten Jahren wurden jedoch immer wieder Anstrengungen unternommen, das desolate Denkmal wiederherzustellen. Eine ganze Bewegung historisch interessierter Menschen setzt sich für dieser Erneuerung ein. Dabei erneuern sie nicht nur die Fassaden, Wände und Mosaike des Denkmals, sondern auch die Bausubstanz unserer Erinnerung. Denn diese Bergspitze ist nicht das Denkmal einer Ideologie, sondern der Beweis, das historische Orte nicht sind, sondern gemacht werden.
